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Physiotherapie & Training - Alles aus einer Hand

Rückenschmerzen beim Pferd erkennen

11/4/2018

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Bild
"Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde." Dieses altbekannte Sprichwort mag für uns Reiter voll zutreffen. Für viele Pferde jedoch trifft es ganz und gar nicht zu. Wenn es zwickt und schmerzt im Rücken, wird das Reiten für das Pferd zur Qual. Wer selber schon unter Rückenschmerzen litt, weiss wie es sich anfühlt.
Doch wie kann man erkennen, ob das Pferd unter Rückemschmerzen leidet? Ich werde hier einige Anhaltspunkte geben, wie Sie dies überprüfen können.

Oberlinie anschauen
Stellen Sie sich auf die Höhe der Schulter des Pferdes und schauen in Richtung Schweif, so können Sie die Rückenmuskulatur gut unter die Lupe nehmen. Der Muskel sollte schön eben und harmonisch vom Widerrist bis zur Kruppe verlaufen. Wenn Dellen oder Knubbel zu sehen sind, deuten diese auf verspannte und somit schmerzhafte Muskulatur hin.
Oftmals haben Pferde, denen der Sattel nicht gut passt richtige Dellen im Bereich der hinteren Sattellage oder ein "Loch" im Bereich des Trapezmuskels. Dieses "Loch" im Widerristbereich ist nicht normal und deutet auf einen atrophierten Muskel hin, der zum Beispiel durch ein zu enges Kopfeisen verursacht wird.
Auf dem oberen Bild sieht man übrigens sehr gut die fehlende Trapezmuskulatur und wie deutlich dadurch das Schulterblatt zu sehen ist. So sollte es also nicht aussehen . Es handelt sich hier um ein Pferd, das nach einer schweren Kolik stark abgenommen hat und Muskelmasse verloren hat.

Oberlinie abtasten
Fahren Sie mit der flachen Hand sanft seitlich vom Widerrist bis zur Kruppe. Spüren Sie Unebenheiten oder Stellen, die wärmer sind als andere? Auch hier sollte sich die Muskulatur schön gleichmässig weich und harmonisch anfühlen. Wenn das Pferd bereits bei dieser sanften Berührung ausweicht, oder mit der Muskulatur zuckt, können wir von Schmerzen in diesem Bereich ausgehen. Wenn Pferde beim Putzen im Bereich des Rückens oder der Sattellage "kitzlig" reagieren, deutet dies auch auf Schmerzen hin.

Rippenzwischenräume abtasten
Suchen Sie den letzen Rippenbogen mit den Fingerkuppen und ertasten den Zwischenraum der Rippen. Nun können Sie mit ganz leichtem Druck die Fingerkuppen von unten nach oben hin Richtung Dornfortsätze bewegen. Wenn der lange Rückenmuskel zu zucken beginnt, oder das Pferd ausweicht, deutet dies auf ein Unwohlsein hin. Sie können sich jeden Rippenzwischenraum vornehmen und jeweils gleich vorgehen.

Mit diesen drei einfachen Anhaltspunkten können Sie prüfen, ob Ihr Pferd unter Rückenschmerzen leidet. Natürlich ist dies keine vollumfängliche Diagnose und soll lediglich helfen festzustellen, ob weitere Abklärungen mit einem Tierarzt oder einem Therapeuten notwendig sind. Wenn das Pferd an Rückenschmerzen leidet, sollte man natürlich aufs Reiten verzichten.

Wenn wir die Schmerzen unserer Pferde frühzeitig erkennen und ernst nehmen, ist die Therapie meist weniger aufwändig und hat bessere Erfolgschancen. Die Freude am Reiten wird noch viel grösser sein, wenn unser Partner Pferd auch mit Elan dabei ist.
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